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Vergleich · Suiten-Kategorien

Hotelzimmer-Kategorien: Die Staffel vom Zimmer bis zur Präsidentensuite

Executive, Deluxe, Signature, Penthouse: Zwischen Zimmer und Präsidentensuite liegen bis zu 16 Stufen, und ihre Reihenfolge ist von Haus zu Haus verschieden. Definiert ist genau eine Grenze. Wo die anderen verlaufen, entscheidet das Marketing.

Morten Wilhelm9 Min. Lektüre
Hotelzimmer-Kategorien: Die Staffel vom Zimmer bis zur Präsidentensuite

Zwischen dem einfachsten Doppelzimmer und der Präsidentensuite liegen in einem großen Grand-Hotel bis zu sechzehn Kategorien. Sie heißen Classic, Superior, Deluxe, Junior Suite, Executive, Signature, Panorama, Penthouse, Imperial, und sie sind in keiner Weise standardisiert.

Genau eine Grenze in dieser Staffel ist definiert. Alle anderen sind Hausrecht.

Die eine definierte Grenze

Der Kriterienkatalog der Hotelstars Union, gültig in 21 europäischen Ländern, legt fest, was eine Suite ist: mindestens zwei voneinander abgetrennte Zimmer, eines als Wohn-, eines als Schlafbereich. Eine Tür ist nicht erforderlich, ein Durchbruch genügt. Junior-Suiten sind ausdrücklich ausgeschlossen. Eine Mindestfläche nennt der Katalog nicht.

Das ist die einzige belastbare Trennlinie im ganzen System, und sie verläuft zwischen Junior Suite und Suite. Den vollständigen Wortlaut und den Geltungsbereich haben wir in Was ist eine Suite aufgeschlüsselt.

Oberhalb dieser Linie hört die Regulierung auf. Was ein Haus Executive, Signature oder Panorama nennt, entscheidet es selbst.

Die Staffel mit belegten Zahlen

Alle Werte stammen aus unseren Suiten-Portraits und sind dort gegen die offiziellen Unterkunfts-Seiten geprüft. Sortiert nach Fläche, quer über alle Kategorienamen.

KategorieFlächeHaus
Classic Zimmer24 m²Hotel Villa Honegg
Superior Zimmer31 m²Hotel Villa Honegg
Zimmerab 33 m²Mandarin Oriental München
Zimmer35 bis 45 m²Hotel Adlon Kempinski Berlin
Junior Suite35 bis 60 m²acht Häuser
Park Suite King45 m²Park Hyatt Paris-Vendôme
Corner Suite51 m²Hotel Villa Honegg
Deluxe Suite60 m²DAS TEGERNSEE
Executive Suite65 m²The Fontenay Hamburg
Deluxe Suite71 m²Aman Tokyo
Suite 182 m²Interalpen-Hotel Tyrol
Executive84 bis 93 m²Rosewood München
Signature Suite150 m²Weissenhaus Grand Village
Penthouse Suite185 m²Il Sereno Lago di Como
Fontenay Suite200 m²The Fontenay Hamburg
Penthouse Garden Suite350 m²Hotel Bayerischer Hof München

Wo sich die Stufen überschneiden

Wer die Tabelle von oben nach unten liest, findet keine saubere Hierarchie, sondern Überlappungen.

Die Deluxe Suite im Aman Tokyo misst 71 Quadratmeter. Die Einstiegs-Suite im Interalpen-Hotel Tyrol heißt schlicht Suite 1 und misst 82. Eine Deluxe-Stufe liegt hier also unter der untersten Stufe eines anderen Hauses.

Die Executive Suite im Fontenay Hamburg hat 65 Quadratmeter und ist die Einstiegs-Suite einer achtstufigen Staffel. Die Executive-Kategorie im Rosewood München hat 84 bis 93. Derselbe Name, bis zu 28 Quadratmeter Unterschied.

Und die Corner Suite im Villa Honegg liegt mit 51 Quadratmetern unter der Junior View Suite im Hotel Sacher Wien mit 60. Eine Suite unterhalb einer Junior Suite.

Das ist kein Versehen der Häuser. Jedes System ist für sich schlüssig, es ist nur nicht mit dem des Nachbarn kompatibel.

Was die Zusätze bedeuten

Drei Wörter tauchen immer wieder auf und werden regelmäßig missverstanden.

Deluxe ist ein Qualitätszusatz, keine eigene Ebene. Es kann ein Zimmer aufwerten oder eine Suite. Im DAS TEGERNSEE kostet das Deluxe Doppelzimmer Seeblick ab 445 Euro, die Deluxe Suite ab 855. Gleicher Zusatz, 410 Euro Unterschied, weil das Grundwort dahinter ein anderes ist.

Executive meint in der Regel eine mittlere Suite-Stufe, oft mit Arbeitsplatz und Lounge-Zugang. Eine Größenaussage steckt nicht darin, wie der Vergleich Fontenay gegen Rosewood zeigt.

Penthouse beschreibt die Lage, nicht die Größe: oberstes Geschoss, meist mit Terrasse. Die Spanne reicht von 185 Quadratmetern im Il Sereno bis zu 350 im Bayerischen Hof, erweiterbar auf 575.

Die beiden Enden der Staffel

Unten steht die Junior Suite, und sie ist der am häufigsten missverstandene Punkt des ganzen Systems. Sie trägt Suite im Namen, ist aber nach der Definition keine, und ihr Preis bestätigt das: Im DAS TEGERNSEE liegt sie zehn Euro über dem besten Doppelzimmer und 140 unter der günstigsten echten Suite. Die Zahlen und die Frage, wann sich der Aufpreis lohnt, stehen in Junior Suite: Was sie kostet.

Oben steht die Präsidentensuite, und dort ist die Streuung am größten. Zehn Kategorien aus sieben Häusern reichen von 120 bis 325 Quadratmetern, und in sechs von zehn Fällen ist die Präsidentensuite nicht einmal die größte Suite ihres Hauses. Nachzulesen im Vergleich zur Präsidentensuite.

Wer wissen will, wie weit die Staffel im deutschsprachigen Raum insgesamt reicht, findet die Spitzenwerte im Ranking der größten Hotel-Suite in Deutschland.

Die drei Angaben, die wirklich vergleichbar sind

Kategoriennamen taugen nicht als Auswahlkriterium, weil sie zwischen Häusern nicht dasselbe bedeuten. Drei Angaben tun es, und jedes Haus nennt sie auf Nachfrage.

Die Fläche in Quadratmetern. Die einzige objektive Zahl im System. Achten Sie darauf, ob Terrassen mitgerechnet sind; die Panorama-Suite Grand im Interalpen wird mit 367 Quadratmetern beworben, davon sind 167 Dachterrasse.

Die Zahl der voneinander abgetrennten Räume. Das ist das Kriterium, an dem die offizielle Definition hängt, und es entscheidet darüber, ob einer lesen kann, während der andere schläft.

Die Lage im Haus. Etage, Ausrichtung, Distanz zu Bar, Aufzug und Straße. Zwei Suiten derselben Kategorie können sich hier deutlicher unterscheiden als zwei Kategorien voneinander.

Mit diesen drei Angaben lassen sich zwei Angebote vergleichen, auch wenn die Kategorien völlig unterschiedlich heißen. Ohne sie vergleicht man Marketing.

Quellen

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